Heute war der Tag aller Dinge. Ich hatte ein Gespräch bei einer Tagesklinik. Dieses Wort „Klinik“ machte mir ja schon vor Anfang an Angst irgendwie, denn das klingt so beängstigend..
Den ganzen Tag und auch die tage davor war ich sehr am überlegen, was ich sage und wie ich es sage, denn ich wollte nicht stationär aufgenommen werden, mir war es wichtig ambulant behandelt zu werden bzw. wie der behandelnde Psychologe zu mir sagte „teil-stationär“. Mein Mann begleitete mich und versuchte mich immer zu beruhigen, anscheinend stand mir die Angst im Gesicht geschrieben.

Nun standen wir vor der „“Klinik“. Es war ein relativ kleines Haus, mit mehreren Bereichen wie Onkologie. Ich ging die Treppe hinauf und öffnete die Türe, das erste was ich sah war ein Whiteboard mit einer Gruppenaufteilung. „Gruppe 1 hat um 9:30 Uhr Visite und Gruppe 2 hat um 10:30 Uhr Musiktherapie“.
„Klasse, ich will in keiner dieser Gruppen..“ ging mir durch den Kopf während ich den schmalen Gang entlang ging. Ein junger schlanker Mann mit Brille kam mir entgegen und fragte, ob ich zum Vorgespräch da wäre, ich nickte und gab ihm die Hand. Er bat uns noch einen Augenblick uns hinzusetzen und würde mich aufrufen. „Du schaffst das, ich bin bei dir..“ sagte mein Mann während ich nervös mit meinen Finger spielte.

„Frau S. bitte.“ und mein Puls war sonst irgendwo aber nicht an seinem Platz. Dann saß ich mit dem Psychologen in einem kleinen Büroraum. Mit vielen Bürokram und wenig Platz.
Er saß vor mir und beobachte mich stets, was mich irgendwie noch mehr verunsichert hat als eh schon. Stellte mir Fragen, ich beantwortete diese, aber habe auch viel von mir aus erzählt, was er sich mit einem gewissen Eifer aufgeschrieben hat. Was mir gefallen hat, er hat „nachgefragt“ bzw. nachgehakt. Es gab auch Momente, wo wir beide lachen mussten. Entweder lag es an meiner dusseligen Art oder er fand das an sich lustig – keine Ahnung. Als wir am Ende der Gesprächsrunde waren machte er mir direkt klar, dass er nicht wüsste, ob es was werden würde, deswegen würde er mich am nächsten Tag nochmal anrufen. Er gab mir noch eine Liste mit Psychotherapeuten mit, bei denen ich es versuchen sollte. Mit einer gewissen Leichtigkeit verlass ich mit meinem Mann die Klinik und war froh, dass überstanden zu haben, obwohl noch eine gewisse „Angst“ in mir war, wegen den nächsten Tag.

Der nächste Tag brach an und er rief an. Er teilte mir mit, dass ich Anfang Februar für 4 Wochen teil-stationär aufgenommen werde, aber immer noch die Augen offen halten solle wegen anderen Therapeuten. Ich hatte ein Grinsen auf meinen Lippen. Ich habe mir das wieder schlimmer vorgestellt als es in Wirklichkeit war. Ich werde nun andere Therapeuten anschreiben und offen, was zu finden.