Gestern war eigentlich ein sehr schöner Tag. Ich saß mit meinem Freund und seinen Eltern im Garten und hatten so an sich eine angenehme Zeit miteinander, das Wetter war auch recht schön und hatten auch gegrillt. Eigentlich gäbe es ja da keinen Grund um irgendwie traurig zu sein und das war ich auch nicht, nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Abends redete ich mit meinem Freund über die kommende Zeit, über unsere Hochzeit und über das gemeinsame Zusammenziehen. Auf unserer Hochzeit kommt keiner von meiner Seite aus. Kein Elternteil, keine Großeltern und auch keine Freunde. Nur die Eltern meines Freundes kommen und das war es auch schon. Plötzlich meinte mein Freund, was denn mit meinem Großeltern seien, denn diese leben in einem Pflegeheim, wo ich den Namen nicht kenne.
Er fragte: „Ob sie noch leben? WIllst du nicht einmal versuchen sie zu suchen?“ Kaum hat er das ausgesprochen, floßen mir auch schon die Tränen. Mir ist da zum ersten Mal was bewusst geworden, folgende Worte kamen gestern aus meinem Mund: „Ich kann sie nicht mehr suchen, ich kann das einfach nicht.“ Dadurch das Oma einen Schlaganfall hatte und ich sie einmal auf Reha angerufen habe, fuhr es mir richtig in den Knochenmark, weil ich Oma so krank und so zerbrechlich anhörte, dass ich nicht mehr so rankomme. Ich kenne sie nur, wie sie immer so stark und so kämpferrisch war und sie war eben meine Oma! Es ging mir alles zu schnell. Erst Mama und dann Oma.. ich konnte alles irgendwie nicht richtig verarbeiten und das merke ich nun.

Ich WILL meine Oma nicht mehr erreichen, weil ich immer noch das Bild im Kopf habe, wo sie fit und gesund war. Und jetzt liegt sie wahrscheinlich im Bett und wird gepflegt. Es ist egoistisch von mir ja, aber ich habe innerlich eine richtige Blockade. Daran muss ich unbedingt arbeiten! ICH MUSS!!!